Falls Sie hier nach einer App suchen, die Ihr Smartphone in ein Röntgengerät für Wände verwandelt, lautet die ehrliche Antwort gleich vorweg: So eine App gibt es nicht. Kein Smartphone auf dem Markt verfügt derzeit über die nötige Hardware, um in eine Ziegel-, Block- oder Betonwand hineinzusehen. Was es aber gibt, sind Apps zur Metallortung. Diese nutzen den Kompasssensor des Geräts, um Hinweise auf die Lage von Nägeln, Schrauben oder Metallrohren knapp unter der Oberfläche zu geben.
Wichtiger Hinweis: Ein Handy kann weder Röntgenaufnahmen machen noch Bilder vom Inneren einer Wand anzeigen. Ein App-basierter Detektor hat nur eine Reichweite von wenigen Zentimetern, reagiert nur zuverlässig auf Metall und liefert lediglich eine Schätzung, keine genaue Messung. Er ersetzt weder einen professionellen Detektor noch die Notwendigkeit, dass ein Elektriker oder Klempner vor dem Bohren die Gegebenheiten prüft.
Warum kann mein Handy nicht durch Wände sehen?
Eine Röntgenuntersuchung benötigt eine Quelle ionisierender Strahlung auf der einen und einen Detektor auf der anderen Seite des Untersuchungsobjekts. Es handelt sich um ein schweres und teures Gerät, dessen Verwendung streng kontrolliert wird und das Schutzausrüstung für den Bediener erfordert. Ein Mobiltelefon hingegen benötigt all dies nicht: Die Kamera erfasst lediglich sichtbares Licht, und sichtbares Licht dringt nicht durch Mauerwerk.
Der Sensor, den Erkennungs-Apps verwenden, ist ein Magnetometer – dasselbe Bauteil, das auch in einem Kompass funktioniert. Es erkennt kleinste Veränderungen des Magnetfelds in der Umgebung des Geräts. Hält man das Smartphone an ein Objekt aus Eisen oder Stahl heran, ändert sich dieser Messwert, und die App zeigt die Veränderung als Zahl, Grafik oder Ton an. Das ist alles. Es gibt kein Bild vom Inneren der Wand, da dort nichts vorhanden ist, was ein solches Bild erzeugen könnte.
In offiziellen App-Stores gibt es auch sogenannte “Röntgen”-Apps, die als Scherzartikel beworben werden. Sie zeigen eine vorgefertigte Animation über dem Kamerabild und sind als Unterhaltungs-Apps eingestuft. Sie sind dazu gedacht, Streiche zu spielen, nicht um Leitungen oder Kabel zu finden.
Was kann die Metalldetektor-App finden?
Innerhalb der Reichweite des Magnetometers hilft die App in einfachen Alltagssituationen. Sie erkennt üblicherweise Nägel und Schrauben in wenigen Zentimetern Tiefe, Eisen- oder Stahlrohre nahe der Oberfläche sowie die Metallabdeckungen von versenkten Steckdosen und Schaltern. Bei Gipskartonwänden lässt sich durch das Auffinden der Schraubenlinie indirekt die Position des tragenden Ständers ermitteln.
Nun zur anderen Seite, die in den Beschreibungen fast nie erwähnt wird: PVC-Rohre, Kupferrohre, Holz und Kunststoffrohre reagieren nicht magnetisch, daher erkennt die App sie in der Regel nicht. Auch dünne elektrische Leitungen in Kunststoffrohren werden nicht erfasst. Je tiefer das Objekt liegt, desto schwächer ist der Messwert. Dicke Putz- oder Stahlbetonwände stören die Messung erheblich, da die Eisenstruktur selbst die übrigen Magnetfelder überdeckt. Geräte mit magnetischen Abdeckungen, magnetische Autohalterungen oder in der Nähe befindliche Bauteile beeinträchtigen die Messung ebenfalls.
Como Saber se o Seu Celular Tem o Sensor
Der Test ist einfach: Öffnen Sie eine Kompass-App auf Ihrem Gerät und prüfen Sie, ob sich die Nadel bewegt und reagiert, wenn Sie das Smartphone drehen. Funktioniert der Kompass, ist ein Magnetometer vorhanden. Bewegt sich die Nadel nicht oder meldet die App, dass der Sensor nicht gefunden wurde, besitzt Ihr Modell diese Komponente nicht, und keine Erkennungs-App funktioniert. Dies ist bei Einsteigergeräten üblich. Ein Blick in die technischen Daten auf der Website des Herstellers bestätigt diese Information.
Como Usar Sem se Enganar com o Resultado
Entfernen Sie die Handyhülle, insbesondere wenn sie einen Magneten oder eine Metallplatte enthält. Kalibrieren Sie den Sensor fern von Metallgegenständen, indem Sie die von der App angezeigte Achterbewegung ausführen. Führen Sie das Gerät anschließend langsam in parallelen Bahnen an einer Wand entlang und markieren Sie die Stellen, an denen der Messwert ansteigt, mit einem Bleistift.
Wiederholen Sie den Scan anschließend in die entgegengesetzte Richtung und dann vertikal. Leuchtet derselbe Punkt in beiden Durchgängen auf, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sich dort tatsächlich etwas Metallisches befindet. Leuchtet er nur einmal auf, ist das Ergebnis irrelevant. Die Werte variieren je nach Gerät, vergleichen Sie Ihre Messung daher nicht mit der anderer Nutzer oder mit den Werten in Videos.
Wo kann man diese Art von App herunterladen?
Nutzen Sie ausschließlich offizielle App-Stores. Suchen Sie im Google Play Store oder App Store nach “Metalldetektor” oder “Stud Finder”, der im Ausland gebräuchlichen Bezeichnung für Metalldetektoren. Sie finden dort mehrere kostenlose Apps mit Werbung sowie einige mit kostenpflichtigen Zusatzfunktionen.
Prüfen Sie vor der Installation den Entwickler, lesen Sie aktuelle Bewertungen und vergewissern Sie sich über die angeforderten Berechtigungen: Ein Detektor benötigt die Sensoren Ihres Geräts, nicht Ihre Kontakte, Nachrichten oder Ihren genauen Standort. Ein weiterer wichtiger Punkt: Die kostenpflichtige Version verändert die Sensoren Ihres Telefons nicht. Sie entfernt möglicherweise Werbung oder entsperrt den Leseverlauf, erhöht aber weder die Reichweite noch die Genauigkeit der Erkennung. Laden Sie solche Anwendungen niemals als APK-Datei von einer unbekannten Website herunter, da Sie sonst Gefahr laufen, Schadsoftware zu installieren.
Bosch, Zircon, Franklin und Walabot sind Geräte, keine Anwendungen.
Diese Namen tauchen häufig in Listen von “Wand-Röntgen-Apps” auf, doch diese Information ist falsch. Bosch, Zircon und Franklin Sensors stellen physische Wanddetektoren her – Geräte, die man auf eine Oberfläche legt und verschiebt. Sie sind im Baumarkt und Fachhandel für Baumaterialien erhältlich, haben ihren eigenen Preis und funktionieren ohne Smartphone. Es gibt keine Möglichkeit, sie herunterzuladen.
Das Walabot-Gehäuse ist ähnlich, jedoch mit einem Unterschied: Es handelt sich um ein Zubehörteil, das per Kabel mit einem Android-Smartphone verbunden wird und einen eigenen Sensor enthält. Die Messung erfolgt durch das separat erhältliche Zubehörteil, nicht durch das Smartphone. Die App dient lediglich der Anzeige der Ergebnisse; ohne angeschlossenes Smartphone werden keine Messwerte erfasst. Anders ausgedrückt: In all diesen Fällen erwerben Sie ein Gerät, keine Softwareinstallation.
Wann man anhalten und jemanden anrufen sollte
Beim Bohren in der Nähe von Steckdosen, Lichtschaltern, Sicherungskästen, Duschkabinen oder Küchenwänden entstehen häufig Schäden, da dort Kabel und Leitungen verlaufen. Eine Faustregel hilft: Kabel verlaufen in der Regel senkrecht von der Steckdose oder dem Schalterkasten nach oben oder unten. Vermeiden Sie daher den Bereich direkt darüber und darunter. Schalten Sie vor dem Bohren tieferer Löcher den Stromkreis für den betreffenden Bereich ab.
Besteht weiterhin Unsicherheit, ist es am sichersten, die Elektro- und Sanitärpläne des Gebäudes zu prüfen, sofern vorhanden, oder einen Elektriker bzw. Installateur zu rufen. Ein berührungsloser Spannungsprüfer, der preiswert und in jedem Elektrofachgeschäft erhältlich ist, kann ebenfalls stromführende Leitungen in Oberflächennähe aufspüren. All dies lässt sich nicht durch eine mobile App ersetzen.
FAQ
1. Gibt es eine App, die Wände durchleuchten kann? Nein. Kein Handy besitzt einen Sensor, der ein Bild von der Innenseite einer Wand erzeugen kann. Apps, die dies versprechen, sind entweder Scherze mit vorgefertigten Animationen oder Metalldetektoren mit übertriebenen Namen.
2. Was genau erkennt die App? Variationen des Magnetfelds, die durch Eisen- oder Stahlgegenstände wenige Zentimeter von der Oberfläche entfernt verursacht werden, wie z. B. Nägel, Schrauben, Metallrohre und Steckdosen. Das Ergebnis ist ein Näherungswert.
3. Findet er PVC-Rohre oder Drähte im Inneren des Kunststoffrohrs? Im Allgemeinen nein. Kunststoff, Kupfer und Holz erzeugen nicht die magnetische Reaktion, die der Handysensor benötigt, um etwas zu erkennen.
4. Ist die kostenpflichtige Version genauer? Nein. Die Erkennung wird durch den physischen Sensor des Geräts begrenzt, und daran ändert sich nichts. Durch Bezahlen lassen sich Werbung entfernen oder Funktionen der Benutzeroberfläche freischalten, mehr nicht.
5. Kann ich der App zutrauen, ein Loch in eine Wand zu bohren? Nutzen Sie dies als erste Richtlinie, niemals als Garantie. Überprüfen Sie die Messung in einem zweiten Durchgang, schalten Sie den Stromkreis für den betreffenden Bereich ab und rufen Sie im Zweifelsfall in der Nähe von Elektro- oder Wasserinstallationen einen Fachmann.
Abschluss
Das Versprechen, mit dem Handy in Wände sehen zu können, hält nicht, was es verspricht – das sollte man vor dem Bohren wissen. Mit dem Smartphone, das man ohnehin in der Tasche hat, kann man jedoch einen einfachen Scan mit einem Metalldetektor durchführen. Dieser spürt Nägel, Schrauben und flache Metallrohre mit hoher Wahrscheinlichkeit und einer gewissen Fehlertoleranz auf. Bei Renovierungsarbeiten an Elektro-, Sanitär- oder tragenden Wänden ist ein Metalldetektor oder die Hilfe eines Fachmanns nach wie vor die beste Option.
